Jahreslosung 2021

 

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36)

Wir befinden uns auf der ersten Seite des neuen Jahres. Neun Monate in denen die Welt aus den Fugen geraten ist, liegen hinter uns. Wir verzichteten auf Umarmungen, Feste und Sorglosigkeit. Wir entdeckten Spaziergänge, Telefone neu und die weiten des digitalen Raums. Mit welchen Geschichten, Begegnungen, Ereignissen füllen sich die Seiten des neuen Jahres?

Immer wieder zeigt sich wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Da gibt es diejenigen denen die Pandemiebestimmungen zu weit gehen und die anderen für die sie noch viel enger sein müssten. Es werden in diesem Jahr Bundestagswahlen sein. Immer wieder werden wir mit unseren Ansichten herausgefordert. Und jede und jeder mit dem Wohl zum Besten. Dennoch, egal für welchen Weg oder welche Partei wir uns entscheiden, am Ende des Tages bleiben wir Nachbarn, Kolleginnen, Omas und Enkel, Gemeindeglieder, Chöre und Teams. Keine Wahl, keine Pandemie kann etwas daran ändern. Wen sollen wir uns also zum Vorbild nehmen? Vor kurzem habe ich einen passenden Witz dazu gelesen:

Ein Schäferhund, ein Retriever und eine Katze sind gestorben und stehen nun Gott gegenüber. Gott fragt sie: „Woran glaubt ihr?“ Der Schäferhund antwortet: „Ich glaube an Disziplin, Training und Loyalität zu meinen Menschen.“ „Gut“, sagt Gott, „setz dich zu meiner rechten Seite.“ „Woran glaubst du, Retriever?“ „Ich glaube an Freundlichkeit, Fürsorge und die Liebe zu meinen Menschen.“ „Aha“, sagt Gott, „setz dich an meine linke Seite.“ Dann schaut er die Katze an und fragt: „Und woran glaubst du?“ Die Katze: „Ich glaube du sitzt auf meinem Stuhl!“

Es klingt vermessen sich mit Gott zu vergleichen. Und dennoch traut es uns Jesus zu. Jesus weiß, ihr könnt barmherzig sein, wie Gott es ist. Und kein ferner Gott, sondern ein Gott der uns liebt wie eine Mutter oder ein bester Freund. Das ist vielleicht jetzt noch nicht so, aber das kann so sein und vielleicht noch viel besser.  

Als Artikel 3 im Grundgesetz geschrieben wurde, war es eine reine Utopie. Menschen waren nicht gleich. Nicht annährend gleich an Möglichkeiten. Menschen sind immer noch nicht gleich an Möglichkeiten. Aber wir halten an der Vision fest.

Ein altes Wort dafür ist Barmherzigkeit. Es ist staubig geworden, dabei ist es ein schönes Wort. Es wärmt und verwandelt. Wer mutig ist, bläst den Staub weg und lässt es wirken. Nimmt sich ein Herz für die Herzlosen und die Feindseligen. Für einen allein ist das vielleicht zuviel. Aber zusammen könnte es uns gelingen, darauf zu bestehen, dass Menschlichkeit siegt, glaubt die Autorin Susanne Niemeyer.